01, Warum Controlling? (Reihe)

Warum Controlling? – Eine kleine Geschichte zum Start… (Einführung)


Was ist eigentlich Sinn und Zweck von Controlling? Welche Aufgaben übernimmt der typische Controller und wie wichtig ist seine Position innerhalb des Unternehmens? Die folgende kurze Geschichte soll die Bedeutung des Controllers und der Fachdisziplin Controlling für Betriebe näher beleuchten.

Ein kleines Passagierflugzeug – in unserer Geschichte steht dieses für das Unternehmen – befindet sich auf dem Flug von Frankfurt nach London. Während des Überflugs des Ärmelkanals kommt es zu einem größeren technischen Defekt an der Maschine: Eines der Triebwerke fängt Feuer, in Folge dessen wird auch einer der Treibstofftanks beschädigt und Kerosin läuft aus.

Eine erste Hochrechnung kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Zielflughafen in London Heathrow aufgrund des Verlustes an Treibstoff nicht mehr erreichen lässt. Vom Flugkapitän muss nun eine schnelle Entscheidung getroffen werden, wie das Flugzeug sicher gelandet werden kann – unter Einbeziehung aller vorherrschenden Informationen und Einleitung der damit verbundenen Maßnahmen.

Unser Flugzeug befindet sich derzeit über dem offenen Meer. Der Flugkapitän – Sinnbild für den Geschäftsführer des Unternehmens – trifft daher die Entscheidung, den kürzesten Weg in Richtung Küste zu nehmen, um die Maschine dann in Küstennähe auf dem Wasser zu landen. Nur kurze Zeit später meldet sich der Co-Pilot – hier Synonym für den Controller – zu Wort. Er ist während des Überflugs verantwortlich für die Navigation des Flugzeuges und hat gerade neu berechnet, dass die Maschine hinsichtlich ihrer Ankunftszeit rund zehn Minuten vor Plan liegt.

Sofort meldet er daher lautstark: „Käpitän, wir sollten die geplante Korrekturmaßnahme überdenken. Meine jüngste Kalkulation hat ergeben, dass wir gerade noch genug Kerosin an Bord haben, um unseren Zielflughafen zu erreichen. Wir sollten versuchen, direkt am Flughafen London zu landen, anstatt die Maschine in Küstennähe auf dem Meer herunterzubringen!”.

Der Kapitän lässt sich infolgedessen noch einmal wichtige Kennzahlen wie derzeitige Position, Treibstoffreserven, Ziel-Zeit und notwendige Kerosinmenge bis zum Erreichen des Zielflughafens von seinem Co-Piloten bzw. Navigator an die Hand geben. Gestützt auf dessen neu berechneten Daten ändert er daraufhin die Flugroute und kann das Flugzeug am Ende doch noch sicher am Flughafen in London Heathrow landen.

 

Was soll diese Kurzgeschichte nun verdeutlichen?

In der realen Welt müssen Führungskräfte bzw. die Geschäftsführung wie der Flugkapitän in unserer Geschichte viele wichtige Entscheidungen treffen – häufig unter Zeitdruck und anderen Beschränkungen sowie mit weitreichenden Konsequenzen. Dadurch kommt dem Controlling eine gesteigerte Bedeutung zu: Der Controller agiert als betriebswirtschaftlicher Lotse bzw. Navigator für das Management, stellt diesem entscheidungsrelevante Informationen an die Seite.

Der Informations- und Koordinationsservice des Controllers sorgt dafür, dass die Entscheider in den verschiedenen Abteilungen des Unternehmens über den bestmöglichen Kenntnis- und Wissensstand verfügen, bevor sie eine Entscheidung treffen. Ferner erkennt ein effizientes Controlling Probleme und Fehlentwicklungen im Zeitablauf, analysiert diese und empfiehlt dem Management schlussendlich geeignete Korrekturmaßnahmen. Somit ist im Optimalfall sichergestellt, dass das Unternehmen auch bei unruhigen geschäftlichen Turbulenzen souverän agiert und am Ende zielorientiert in den sicheren (Flug-)Hafen des Gewinns gelangt.

Der Controller fungiert als interner betriebswirtschaftlicher Berater für die verschiedenen Entscheidungsträger im Unternehmen. Controlling als Servicefunktion steht für „Planen, Lenken, Steuern”:

  1. Es versucht größtmögliche Transparenz bei Kenngrößen wie z.B. Umsatz, Wachstum, Kosten sowie Gewinn bzw. Ergebnispotentialen sicherzustellen.
  2. Es deckt Abweichungen auf, beispielsweise durch Plan-Ist-Vergleiche oder die Installation von Frühwarnsystemen im Unternehmen.
  3. Es leitet eine Diagnose ein: Machen wir die Dinge richtig oder warum fallen die Resultate unserer Entscheidungen anders als geplant aus?
  4. Es initiiert ggf. eine Therapie: Haben wir rückblickend die richtigen Dinge gemacht und welche Maßnahmen sollten wir ergreifen, um aktuelle Problemfelder zu lösen bzw. zukünftige Probleme von vornherein zu verhindern?

 
 
Weitere Artikel aus dieser Themenreihe:


01. Warum Controlling? – Eine kleine Geschichte zum Start… (Einführung)
02. Der Controller – Allgemeines Leitbild und Aufgabenbereich
03. Der Controller – Welche Hard- und Soft-Skills sollte er besitzen?
04. Mögliche Spannungsfelder im Controlling erkennen und souverän umschiffen

Top